KÜnstler 2016

Individuelle Führungen: Mareike Fänger (wochentags und Wochenende) Tel.: +49 (0) 221-51 070 73

ELOH

Helen Efe Doghor-Hötter

ELOH (2016)
Maschendraht, Korken

Maschendraht und Weinkorken. Das sind die Materialien, mit denen die Künstlerin Helen Efe Doghor-Hötter am liebsten ihre Ideen umsetzt. So auch bei ihrer neuesten Arbeit, die sie ELOH nennt. Inspiriert hat sie die Zaubernuss, ursprünglich aus Ostasien und Nordamerika stammend und inzwischen in Europa heimisch geworden. Im Winter erscheint der sonst eher unauffällige Strauch wie verzaubert: Faszinierend leuchten dann seine tentakelartigen Blütenblätter gelb bis rot. Nach der Blütezeit öffnen sich die Kapselfrüchte explosionsartig, wodurch die Samen meterweit weggeschleudert werden. Ein mit grüner Lackfarbe eingefärbtes Knäuel aus Maschendraht und auf Draht aufgezogene purpurrote Korken – mehr braucht es nicht, um eine gigantische Zaubernuss-Blüte auf der Wiese in Szene zu setzen. Die Künstlerin ist gebürtig aus Nigeria. ELOH ist ein Wort aus dem Urhobo, ihrer afrikanischen Muttersprache, und bedeutet Leuchten, Glänzen. (MF)


Venloer Str. 193 a 

50823 Köln

Tel. +49 (0)221 5007807 

efedoghor@hotmail.com


(sich) auf dem fuSS stehend

Tobi Möhring, Paul Ter Velt

(sich) auf dem fuSS stehend (2016)
Stahl

Sie wirkt wie ein farbiges Schablonenbild im Graffiti-Stil: die jüngste Stahlplastik der Künstler Tobi Möhring und Paul ter Veld. Die beiden sind für ihre „Denkobjekte“ bekannt. Sich auf dem Fuß stehend sollte man sich genauer ansehen. 

Sitzt dort ein Mensch im Park? Oder ist es doch eher ein Papagei mit rot-blauem Gefieder? Ein Vexierbild also, das zwei Interpretationen bietet.

Manchmal verlieren wir trotz guter Vorsätze das eigentliche Ziel, wie z.B. soziales Engagement, aus den Augen, weil wir uns im Alltag verzetteln. Wir kommen einfach nicht voran, lassen uns ablenken, halten uns an Kleinigkeiten auf und bringen dadurch nichts richtig zu Ende. Oft sind es die neuen Medien,
die uns vom Vorhaben abbringen. Letztendlich stehen wir uns selbst auf den Füßen. Die sitzende Figur bringt in ihrer Haltung dieses Dilemma zum Ausdruck. Einen Fuß auf den Sockel setzend, befindet sie sich in einem unbequemen Schwebezustand und zeigt die Unentschlossenheit zwischen Tatendrang und Nichtstun. (MF/TM/PtV)


Tobi Möhring 

Und die Telefonnummern und Email:

Adalbertstr. 29 

10179 Berlin

Tel. +49 (0)30 6223450 

orangegecko@web.de 

www.orangegecko.de

 

Paul Ter Veld 

Vleutenseweg 153

3532 HB Utrecht,

 Niederlande 

Tel. +49 (0)30 6223450 

paulterveld@gmail.com 

FARBKUBEN

Michael Broermann

FARBKUBEN (2016)

Acrylglas / Druck

Die Möglichkeiten der künstlerischen Auseinandersetzung mit
dem Schlosspark sind vielfältig. Im Dialog zwischen Kunst und
Natur entstehen u.a. minimalistische Objekte, die wegen ihrer
schlichten Formgebung das Hauptaugenmerk auf Materialästhetik
und Farbgebung lenken. Hier ist die subjektive Wahrnehmung
Ausgangspunkt für den Umgang mit Kunst. Ein solches minimalistisches Ensemble gilt es entlang der Lindenallee zu entdecken: Der Maler Michael Broermann erschließt sich mit Farbkuben die dritte Dimension, indem er Motive seiner Gemälde verpixelt und auf Acrylglas druckt. Porträtzüge einer Frau oder die Türme des Doms scheinen sich effektvoll in Farbfacetten aufzulösen. Es ist das Spiel mit Licht, Farbe und Raum, das stets wechselnde, unerwartete und überraschende Blicke bietet und ein emotionales sinnliches Erlebnis ermöglicht. (MF)


Rolshoverstr. 95

51105 Köln

Tel. +49 (0)152 09867339

mail@michael-broermann.com

www.michael-broermann.com

EVOLUT ION 01 (künstliche Befruchtung)

Uwe Jürgens

EVOLUTION 01
(künstliche Befruchtung) (2016)

Metall, Holz

Eine wahrhaft monumentale Installation, die unweigerlich neugierige Blicke
auf sich zieht und eine ganze Reihe Fragen aufwirft. Der Künstler Uwe Jürgens
benennt seine Arbeit Evolution 01 (künstliche Befruchtung). Willkommen in der
Science-Fiction-Welt? Der perfekte Übermensch an der Schwelle zu einem neuen Evolutionsschritt? Ein Eingriff in die natürliche Auslese? Genmanipulationen? Bedeutet diese imposante technische Anlage, die in ihrer Form an DNS-Strukturen erinnert, ein Werkzeug, um „Designer-Gene“ nach Wunsch zu gestalten? Ein schöner, intelligenter und kreativer Mensch als programmierte Reproduktion anstelle des natürlichen Individuums mit Stärken und Schwächen? Ist Kunst letztendlich nur das Produkt der Programmierung? Spielt der Zufall keine Rolle mehr? Fragen über Fragen. (MF)


Wissmannstr. 50

12049 Berlin

Tel. +49 (0)157 583 11 156

juergens_u@yahoo.com

WHEN SHE WAS LITTLE

Glebos Tkachenko

WHEN SHE WAS LITTLE (2016)
HOLZ

Gewitzt wirken sie: die robusten und genügsamen Vierbeiner im wolligen
Schafspelz. Dank des Künstlers Glebos Tkachenko sind drei friedliche
und liebenswerte Schafe als Holzskulpturen in den Park eingezogen.
In when she was little setzt der in Dänemark lebende russische Künstler ihre
Wesensmerkmale eindrucksvoll um und versammelt große sowie kleine Schafe
auf der Wiese, denn in der Gruppe fühlen sie sich bekanntlich als ausgesprochene Herdentiere am wohlsten.

Übrigens: So dumm, wie allgemein behauptet, sind Schafe gar nicht. In
Großbritannien haben diese Tiere Wissenschaftler erstaunt, als sie einen drei
Meter breiten Rost überwanden, der eigentlich für Tiere eine Barriere darstellt.
Sie legten sich auf den Rücken und rutschten darüber! (MF)


Skolegade 1

6280 Hojer

Dänemark

Tel. +45 (0)60640657

glebosst@gmail.com

www.glebos.com

„Struggle for russia free download“

Udo Unkel

„Struggle for russia free dow nlo ad“ (2016)

Beton, Stahl

Zwölf aus Beton und russischem Mutterboden gegossene M52
Stahlhelme. Sie fristen ihr Dasein auf einer mit frisch gehäckseltem Holz
befüllten Stahlpalette. Witterungseinflüssen ausgesetzt, zeigen sich
erste Spuren des Verfalls auf den Oberflächen. Die Arbeit des Künstlers
Udo Unkel ist mit Struggle for russia free download betitelt und bezieht
sich auf ein im Internet frei verfügbares Computerkriegsspiel, das
mehrere nachspielbare Schlachten des 2. Weltkriegs – wie auch den
Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion – zum Thema
hat. Der Künstler macht auf die Sinnlosigkeit und Vergänglichkeit der
militärischen Kämpfe aufmerksam: Was bleibt ist nur noch Simulation
und Unterhaltung. Warum werden Kriege geführt? Die Palette als
Metapher für eine konsumorientierte Welt und die religiöse Symbolik der
 Zahl 12 geben Denkanstöße. (MF/UU)

Dellwigerstr. 3

44379 Dortmund

Tel. +49 (0)157 752 96 894

unkel@udo-unkel.de

www.udo-unkel.de


Der Baum der Verwirrung

Birgit Urbanus

Der Baum der Verwirrung (2016)

Holzschilder, Stenciltechnik

Willkommen mitten im Leben! Tag für Tag, ob beruflich oder privat,
werden unzählige Entscheidungen von uns verlangt. Fragen über Fragen,
die uns über- oder unterfordern bzw. schlichtweg ratlos machen. In der
Hektik des Alltags verliert man schon mal den Blick für das Wichtige. Gar
nicht so leicht, die wahren Wünsche und Bedürfnisse zu formulieren bzw.
zu klären, was banal oder wesentlich ist.
Nicht ohne Augenzwinkern nimmt sich Birgit Urbanus in der Installation
Der Baum der Verwirrung dieser Thematik an. Sie arbeitet mit der Stenciltechnik,
einer Technik aus der Street-Art, mit der sie mittels Schablonen
und Sprühlack diverse Fragen auf Holzschilder überträgt, die ihren
Bestimmungsort im Baum der Verwirrung finden. Hier drehen sie sich im
Wind und regen zum Lachen oder Nachdenken an.
Übrigens: Bei der Eröffnung zu Pfingsten ist jeder Gast eingeladen, den
Fragenkatalog mit eigenen womöglich verwirrten Fragen und Gedanken
zu ergänzen und auf weitere Schilder zu sprühen! (MF)


Hartwichstr. 41

50733 Köln

Tel. +49 (0)221 78945826

burbanus@hotmail.com

www.birgit-urbanus.de


asyl

Brigitte Metzmacher

Asyl (2016)
Multiplex-platten, lackiert


Es gibt Orte im Park, von denen eine besondere Strahlkraft, ein Hauch
von Magie auszugehen scheint. Eine solche Stätte spürt die Künstlerin
Brigitte Metzmacher für ihre aktuelle Arbeit Asyl auf.
Inmitten von fünf Linden, die sich zu einem Halbkreis gruppieren,
präsentiert sie ein rotes Tor. Dieses Portal hat eine hohe Symbolkraft,
stellt es doch den Übergang von Innen und Außen, von Intimität und
Öffentlichkeit, von Zuflucht und Verfolgung dar. Das Überschreiten der
Schwelle kündigt die Veränderung des Lebens an. An dieser Stelle wird
etwas gewonnen oder geht etwas verloren. Asyl, Bleiberecht, Duldung
oder Abschiebung entscheiden über das Schicksal der Flüchtenden.
Asyl bedeutet Zuflucht und Schutz vor Gefahr und Verfolgung. Die
Lindengruppe bietet einen geschützten Raum. Wo könnte ein Aufruf
zu Humanität und Integration wirkungsvoller sein, als an diesem
stimmungsvollen Ort des Friedens. (MF)


Rosellstr. 15

51061 Köln

Tel. +49 (0)221 662816

brigitte.metzmacher@gmx.de

www.brigitte-metzmacher.de



wo bleiben wir ?

Björn-Eric Kohnen

Wo bleiben wir ? (2016)
Fotografien


Wie eine Posse wirkt das Ringen um eine neue Nutzung des im Schlosspark
angesiedelten Ulrich-Haberland-Hauses. Seit über zehn Jahren engagieren
sich die Bürgervereine der Stadtteile Flittard und Stammheim um einen
konstruktiven Dialog mit der Stadt. Nun steht die Löschung des Ulrich-
Haberland-Hauses aus der Kölner Denkmalliste zur Diskussion. Mit dieser wäre
der Weg für einen Abriss frei und prompt werden Erweiterungsszenarien des
nahe liegenden Großklärwerks durch die Stadtentwässerungsbetriebe publik
gemacht, die das Ulrich-Haberland-Haus, die Naturstation sowie Teile des
Schlossparks zur Disposition stellen. Zentrales Element der Arbeit Wo bleiben
wir ist der Umgang der Stadtverwaltung/Politik mit Planungen im öffentlichen
Raum sowie den daraus resultierenden Folgen. Hierzu werden großformatige
Portraits von Senioren und Kindern sowie einzelne Parkaufnahmen in den
Fensteröffnungen des Ulrich-Haberland-Hauses platziert. Gezeigt wird, was durch
die Erweiterungsoption des Klärwerks gefährdet ist: Die Natur des Schlossparks,
die Senioren des Stadtteils, die auf ein Alterswohnheim hoffen und die Kinder der
Naturstation, die das Bildungsangebot des BUND nutzen.
Angestrebtes Ziel der Installation ist, die Wahrnehmung der Parkbesucher auf die
Gefährdung des Schlossparks in seiner heutigen Form zu lenken. (BEK)

Schloßstr. 23
51061 Köln
Tel. +49 (0)173 7711049
info@feedbek.de

OHNE TITEL

Kathrin Rabenort

OHNE TITEL (2016)
Stoffe, Schaum Stoff

Brachliegende Flächen und leerstehende Gebäude bieten Anlass zu heftigen Diskussionen. Auch das Ulrich-Haberland-Haus im Park verfällt zunehmend. Umso erfreulicher ist es, dass in diesem Jahr unter den eingereichten Arbeiten einige sind, die diese Problematik aufgreifen. Die Künstlerin Kathrin Rabenort akzentuiert den abgerundeten

Bauteil 
des unwirtlichen Gebäudes durch eine stoffliche Installation. Es ist das Wappen der Familie von Fürstenberg, das nun farbenfroh vom Geländer der Terrasse prangt und an die einst herrschaftliche Residenz im Park erinnert. Das Schloss existiert nicht mehr, ein Nachkriegsbau verkommt.
Flatternde Bänder lenken die Aufmerksamkeit auf den maroden Zustand des Ulrich-Haberland-Hauses und treten zugleich in Dialog mit den benachbarten Graffiti. Beides künstlerische Eingriffe als Protestformen.
(MF) 


Graf-Adolf-Str. 14-16 

51065 Köln

Tel. +49 (0)160 3276167 

katrabenort@hotmail.com 

www.kathrinrabenort.de



„für dich“

Thibaut Gangloff

„für dich“ (2016)
Stahlgewebe, Folie

Von der Ostfassade des Ulrich-Haberland-Hauses erstrahlt neuerdings
eine überdimensional große feuerrote Doppelschleife. Ein eindrucksvolles
Motiv, um die Geste des Schenkens zu betonen. Thibaut Gangloff nennt
seine Stahlplastik „Für Dich“. Zuneigung, Freude und Dankbarkeit lassen
sich in immateriellen Geschenken, die mit keinem Geld der Welt zu
kaufen sind, am besten zum Ausdruck bringen. Wer wünschte sich nicht
eine gelegentliche Auszeit vom Alltag? Mehr Zeit für sich, Momente des
Innehaltens, um sich selbst bewusster zu spüren und die eigene Position
im Leben zu überdenken? Das Glück liegt in den kleinen Gesten. Zeit
in der Natur zu verschenken, um die Fülle eines Augenblicks mit allen
Sinnen erleben zu können, ist sicher eine der liebevollsten Gaben. (MF)

Johanniterstr. 42
51067 Köln
Tel. +49 (0)221 16868679
th.gangloff@netcologne.de
www.metalart-thg.blogspot.de


licht – farbe – raum

Mila Langbehn

Licht – Farbe – Raum (2016)
Holzhäcksel

Ob Eiche, Ginkgo, Buche, Platane oder gar ein Urweltmammutbaum,
im Schlosspark Stammheim wachsen einheimische und exotische
Baumarten in harmonischem Miteinander und bilden ein Stück
natürlichen Lebensraum. Das dichte Blätterdach der Laubbäume
spendet im Sommer wohltuenden Schatten. An manchen Stellen
dringen Sonnenstrahlen hindurch, so dass sich auf dem Boden ein
stimmungsvolles Licht- und Schattenspiel ergibt. Mila Langbehn
bringt mit dieser temporären Arbeit ihre Leidenschaft für Kunst
und Natur zum Ausdruck. Der natürliche Lebensraum wird zum
künstlerischen Gestaltungsmaterial. Große Farbtupfer aus pigmentierten
umweltfreundlichen Holzhäckseln schmücken die Grünfläche und
laden zur spielerischen Erkundung von Licht, Farbe und Raum ein. Die
biologischen Farbstoffe sind ungiftig und können nach etwa zwei
Monaten mit dem Laubbesen zusammengefegt und als organisches
Material auf dem Kompost entsorgt werden. Eine gelungene begehbare
Land Art Installation: Natur wird zum Kunstobjekt. (MF)

Hohenzollernstr. 22 a
40211 Düsseldorf
Tel. +49 (0)203 49971786
mila@daslichtgruenekleid.de
www.daslichtgruenekleid.de

ANDERSRUM

Wlodek Stopa

ANDERSRUM (2016)
HOLZ

Eine Sinnestäuschung? In einem der Bäume des Schlossparks wachsen
neuerdings die Äste andersherum. Zumindest hat es den Anschein.
Wlodek Stopa geht dieser Vorstellung in seiner Holzkonstruktion mit
dem Titel andersrum nach: er lässt die farblich akzentuierten Elemente
gen Boden wachsen. Eine imposante Installation in luftiger Höhe. Mut,
anders zu sein, auszubrechen aus der Norm, bedeutet Einzigartigkeit
abseits der Trends. Um die Freiheit der Gedanken zu pflegen, sollte man
ruhig gelegentlich sein Weltbild auf den Kopf stellen. Wie formulierte es
der Künstler Francis Picabia ganz treffend: „Der Kopf ist rund, damit das
Denken die Richtung wechseln kann“. (MF)


Goebenstraße 21

51643 Gummersbach

Tel. +49 (0)2261 28594

studiostopa@t-online.de


cube in three pieces

Stephan Siebers

cube in three pieces (2016)
Cortenstahl (Zweiteilig)

Um Strukturprinzip und Raumwirkung dieser zweiteiligen Arbeit zu
erfassen, sollte man sie aus mehreren Perspektiven betrachten.
Stephan Siebers schafft Werke, die auf den ersten Blick in ihrer klaren
geometrischen Formensprache einfach erscheinen, sich bei genauem
Hinsehen jedoch als komplexe Gebilde erweisen.
CUBE IN THREE PIECES lautet der Titel der Arbeit, bei der er scheinbar
je drei identische Stahlkörper mit den Abmessungen 100/100/20 cm in
unterschiedlichen Konstellationen anordnet. Er bezieht dabei den
Raum zwischen den Elementen ein, so dass sich ein spannendes
Wechselspiel zwischen offenen und geschlossenen Volumen ergibt.
Trotz des monumentalen Ausmaßes bei vertikalem Aufbau, wirkt die
Komposition nicht schwer, ein Element scheint sogar über dem 20 cm
breiten Zwischenraum im Schwebezustand zu verharren. Stephan
Siebers liebt das Spiel mit der Sinnestäuschung.
In ihrer reinen Geometrie und Einfachheit lenken die Plastiken den Blick
auf das Material, dessen charakteristische Patina für das Thema der
Vergänglichkeit sensibilisiert. (MF)

Am Trutzenberg 48
50676 Köln
Tel. +49 (0)221 8005690
stephan.siebers@web.de

schwarzer block

Dorsten Diekmann

Schwarzer Block (2016)
Diabas

Wie wichtig ihm Stein als Material für die Umsetzung seiner
gestalterischen Ideen ist, hat Dorsten Diekmann bereits mit Steinsaat
(2015) bewiesen. In diesem Jahr wählt er für Schwarzer Block Diabas,
ein Vulkangestein, das durch Umwandlung urzeitlicher basaltischer
Lava entstanden ist. Der Künstler nimmt dem dunklen Stein durch eine
hochwertige handwerkliche Bearbeitung die Strenge, verleiht ihm durch
partielles Polieren eine angenehme optische und haptische Qualität. Das
Umrunden der Skulptur verspricht abwechslungsreiche Perspektiven.
Ablesbare Spuren des künstlerischen Arbeitsprozesses dynamisieren die
Oberfläche. Schwarzer Block kommuniziert durch Größe, Form, Farbigkeit,
Material und Oberflächenwirkung mit uns und der Umgebung. (MF)

Hengstheide 11
32657 Lemgo
Tel. +49 (0)5261 66381
dorsten-diekmann@teleos-web.de
www.dorsten-diekmann.de

Lied des windes

Naomi Akimoto

Lied des Windes (2016)
Keramik

Es sind die elementaren Wesenszüge der Natur, die die gebürtig aus
Osaka stammende japanische Künstlerin Naomi Akimoto inspirieren. Mit
dem natürlichen Material Ton gelingen ihr poetische Arbeiten, die ihre
tiefe Verbundenheit mit der Natur zum Ausdruck bringen. Ton entsteht
durch Verwitterung und Zersetzung verschiedener Gesteine und lagert
als Erdschicht im Boden. Im feuchten Zustand lässt er sich verformen,
trocknet er, so wird er spröde und brüchig. Erst durch den Brand im Feuer
gewinnt er Festigkeit und wird zur Keramik. Naomi Akimoto hat mit Hilfe
dieser traditionsreichen Handwerkskunst ein Klangspiel geschaffen.
Mehrere Bündel aus hohlen Terrakottazylindern hängen von Ästen
herab und lassen uns bei Wind aufhorchen. Denn diese Kraft der Natur
ist es, die die Röhren in Bewegung setzt. Erst durch das gegenseitige
Anschlagen, Vibrieren und Schwingen entstehen Klänge. Der Wind
säuselt ein Lied.(MF)


Kalkumer Str. 206

40468 Düsseldorf

Tel. +49 (0)211 3858254

naoakimotobox@yahoo.co.jp


stolper -vitrinen

Takashi Mitsui

Stolper -Vitrinen (2016)
Stolpersteine, Holz, Plexiglas

Auch in diesem Jahr lohnt es sich wieder, besonders aufmerksam durch
den Park zu gehen, denn manche Kunstwerke wollen entdeckt werden.
Das trifft auch auf die temporäre Bodeninstallation Stolper-Vitrinen
zu. Takashi Mitsui hat Insekten als Miniaturskulpturen aus Holz und
Stahldraht entwickelt, um sie in Vertiefungen dreier Stolpersteine
einzufügen und mit einer Plexiglasplatte zu verschließen. Diese so
entstandenen Steinvitrinen sind im Wechsel mit unbearbeiteten
Stolpersteinen in den Boden eingebettet. Unter den ebenerdigen
Glasplatten präsentieren sich die mit Phosphorfarbe gestrichenen
Insektenkörper wie geheimnisvolle bei Dunkelheit leuchtende Wesen
aus der Unterwelt. (MF)

Görresstr. 9
50674 Köln
Tel. +49 (0)221 2400776
takashimitsui@hotmail.com

ohne titel

Ursula Buchegger

Ohne Titel (2016)
Kunststoff -Trinkhalme, Draht

Schon die Sumerer erkannten vor etwa 5000 Jahren die Nützlichkeit
von Trinkhalmen. Die heutigen bestehen zumeist aus dünnwandigem
Kunststoff und haben die natürlichen Materialien weitestgehend
abgelöst. Dass diese banalen Massenprodukte auch künstlerisches
Potenzial in sich tragen, beweist die Bildhauerin Ursula Buchegger
jedes Jahr aufs Neue. Ob zu geometrischen oder organischen Gebilden
zusammengefügt, sie versteht es, diesem einfachen Material eine neue
Ästhetik zu verleihen. Auch mit ihrem aktuellen Beitrag im Schlosspark
ist ihr ein weiteres Mal ein faszinierendes Gefüge gelungen. Dabei bilden
die gesteckten und geklebten Halme einzelne Knäuel, die sich zu einem
poetischen Geflecht verdichten. So ist ein zartes Gespinst aus weißen
Plastikhalmen entstanden, das nun wie eine federleichte Wolke zwischen
den Bäumen schwebt. (MF)

Paul-Ehrlich-Str. 8
72076 Tübingen
Tel. +49 (0)7071 65564 
ursula-buchegger@gmx.de


strange fruit

Simone Fezer

Strange fruit (2016)
Glas
Bekannte Kunstwerke wiederzufinden und neue entdecken zu können,
macht den Reiz eines Spaziergangs durch den Schlosspark aus. So
sind scheinbar inzwischen einige Samen aus der ansprechenden Strange
Fruit herausgefallen. Simone Fezer hat ihre Plastik aus Glas und Stahl
um faszinierende rot leuchtende Glaskörper verschiedener Größe
ergänzt:
Aus einer seltsamen Samenkapsel, einer Fruchtblase mit Facettenaugen
fallen Samen, sind gefallen, verstreut liegen sie auf der Wiese, leuchtend
rot, Lichtfänger, üppige Fülle versprechen Farbsamen, suchen sie bereits
sich mit rankenden Winden zu verwurzeln. Welche Pflanzen, Geschichten
und Träume wohl daraus wachsen an kalten, grauen Wintertagen? Oder
sind es im hohen Gras verloren Rubine, Granatapfelkerne, gefallen aus den
Taschen wandernder Riesen und ihrer Kinder? (MF/SF)

Nordstettenstr. 13
78052 Villingen
Tel. +49 (0)173 9115007 
anduril@fezers.de


3 Katzen

Winfried Becker

3 Katzen (2016)
Eisenguss

Drei Katzen faszinieren durch Eleganz und Geschmeidigkeit.
Majestätisch thronend, sich anschleichend und zum Sprung ansetzend.
Die Elastizität der Wirbelsäule ermöglicht diesen eigenwilligen Tieren
eine enorme Beweglichkeit, die ihnen kühne Sprünge aus dem Stand
und waghalsige Kletterpartien erlauben. Schwanzhaltung, Ohren
und Mimik verraten viel über Stimmung und Absichten. Der Architekt
und Bildhauer Winfried Becker beobachtet sehr fein die Typologie der
heimischen Tierwelt: Proportionen, Körperhaltung, Bewegungsablauf
– alles fließt in seine bildhauerischen Konzeptionen ein. Die Modelle
seiner Eisenguss-Figuren erstellt er in Holz. Dies bedeutet, dass zunächst
im Material abtragenden Verfahren Skulpturen entstehen, die er dann
in einem zweiten aufbauenden Verfahren abgießt. Ergebnis: mehrere
Plastiken. Für die rotbraune Farbigkeit lässt Winfried Becker das Material
mitarbeiten – durch die Oxidation auf der Eisenoberfläche entsteht Rost.
Ein Hinweis auf die Vergänglichkeit? (RB/MF)

Oberhalb der Iller 3  
87437 Kempten
Tel. +49 (0)831 6971148 
info@winfried-becker.de 
www.winfried-becker.de

neue heimat

Eveline Markstein

Neue Heimat (2016)
Betonguss, Eisen

Menschen, Mythen und Natur seien die wesentlichen Themen in
ihrem Werk. So formuliert es die Kölner Künstlerin Eveline Markstein
in einem Statement. Mit Neue Heimat lässt sie dem Betrachter
genügend Raum für eigene Überlegungen. In Betonguss sind fünf
Komplexe von je drei giebelständigen Häusern entstanden, die
auf einer fünfeckigen Eisenplatte gruppiert sind. Reduziert in ihrer
Formensprache unterscheiden sich die Hausgruppen in Grautönung
und Fassadengestaltung. Neue Heimat und der Werkstoff Beton sind
negativ besetzte Begriffe, sofern man an anonyme Trabantenstädte,
Betonwüsten und den Skandal des gleichnamigen Großkonzerns denkt.
Diese Häusergruppen im Park jedoch haben eine eigene Identität, wirken
kleinteilig und muten mit ihren Giebeln nahezu dörflich an. Nach der
Flucht vor Gewalt und Krieg sind unzählige Menschen dankbar für ein
neues Zuhause, in dem sie sich nicht verloren fühlen. Inzwischen gibt es
innovative Beiträge aus der Betonforschung: Durch biogene Zusatzmittel
ist eine wohltuende Wirkung auf die menschliche Physiologie
nachgewiesen worden. Eveline Markstein schafft Kunstwerke mit
„Naturbeton“, der mit Hilfe von Naturmineralien Energie entfaltet. (MF)

Merheimerstr. 178
50733 Köln
Tel. +49 (0)221 7201884
eveline.markstein@web.de

arme

Mechthild Rathmann

Arme (2016)
Holz, Stahl

Zwei übergroße Arme aus Holz liegen ausgebreitet auf dem Boden. Als
würde die umgebende Natur mit offenen Armen empfangen. Eine liebevolle
Geste, die das Signal an ein Gegenüber sendet, willkommen zu sein. Zu
deuten als ein Zeichen der Nächstenliebe und Wertschätzung, das aktueller
nicht sein könnte. Mechthild Rathmann hat mit ihrer Holzskulptur Arme
eine minimalistische Form gewählt, die viel Raum für assoziative Gedanken
lässt. So ist auch der religiöse Bezug erlaubt. Indem der Priester seine Hände
zum Gebet erhebt, deutet er auf Christi Arme hin, die am Kreuz ausgebreitet
sind. Erst durch Kreuzestod und Auferstehung wird die Hoffnung auf ein
neues Leben erfüllt. Die Arme ausbreiten – wie die Schwingen eines Adlers
– vermittelt ein Gefühl der Freiheit. Wer hat nicht schon mal in einem
perfekten Augenblick die Welt umarmen wollen? Ein schöner Gedanke. (MF)

Sürther Hauptstr. 138 
50999 Köln
Tel. +49 (0)157 74519163 
il@mechthild-rathmann.de 
www.mechthild-rathmann.de

peaky blinders

Jürgen Schubbe

peaky blinders (2016)
Lärchenholz

Die Arbeiten von Jürgen Schubbe konzentrieren sich auf den Menschen.
Köpfe und Gesichter sind beliebte Motive in seinen Bildern und
seit 2015 auch Hauptthemen seiner Skulpturen. Für den Beitrag im
Schlosspark wählte der Künstler Lärchenholz, aus dem er mit der
Kettensäge einen überdimensionalen Kopf herausgearbeitet hat.
Handelt es sich hier um das Abbild eines Übeltäters oder ist ein
Opfer brutaler Gewalt gemeint? Tiefe Furchen, dunkle Augenhöhlen,
ein offener Mund, der die Zahnlücken hervortreten lässt und eine
angeschlagene Nase charakterisieren ein Porträt, das überaus expressive
Züge trägt. Peaky Blinders ist der Titel dieses beunruhigenden Antlitzes,
das aus einer gleichnamigen Reihe von aktuell 22 Skulpturen stammt.
Inspiriert hat Jürgen Schubbe eine britische Dramaserie , die in den
1920er Jahren spielt: Peaky Blinders – Gangs of Birmingham. Hauptfigur
ist der Gangsterboss Thomas Shelby. Im Untergrundmilieu der Bande
werden alle Facetten des menschlichen Lebens aufgedeckt. Und gerade
diese Spuren von unfassbarer Brutalität über Fürsorglichkeit bis zu tiefer
Liebe sind es, die in den jeweiligen Gesichtern der Reihe ihren Ausdruck
finden. (MF)

Am Glockenbusch 25
33106 Paderborn
Tel. +49 (0)5254 6497240
schubbe@juergen-schubbe.de
www.juergen-schubbe.de
gespannt

Prof. Dr. Dieter Alexander Boeminghaus

Gespannt (2016)

Stahl, Holz

Leidenschaftlichen Bogenschützen wird er sicher sofort auffallen: der
überdimensional vergrößerte Bogen, der an Stahlseilen zwischen zwei
Bäumen hängt. Wer erinnert sich nicht an den für die Gerechtigkeit
kämpfenden Robin Hood, der den Umgang mit Pfeil und Bogen
grandios beherrschte. Im Schlosspark allerdings ist der Bogen nicht
in den Himmel oder in die Ferne gerichtet, sondern auf den Boden.
Der Pfeil ist auf die Sehne gesetzt, der Bogen gespannt. Ein Moment
äußerster Konzentration und „Spannung“ scheint inmitten der Natur
wie eingefroren. Bogenschützen wissen, wie entscheidend Übung bei
diesem Sport ist, der Körper und Geist gleichzeitig fordert. Konzentration
und Schweigen sind unerlässlich, um ein Ziel klar ins Auge fassen und
letztendlich besonnen handeln zu können. Hier geht es nicht um den
Bogen als Waffe, sondern um ein Instrument, das von seinem Nutzer
Achtsamkeit und Gelassenheit verlangt. Ein wünschenswerter Gedanke:
weniger kopfloses Handeln in der Welt. (MF)


Hasselborn 12

52156 Monschau

Tel. +49 (0)2472 6840

info@boeminghaus.de


löffel


Christine Haller

Löffel (2016)
Eichenholz

Oft sind es die existentiellen Fragen, denen die Künstlerin Christine Haller
in ihren beeindruckenden Holzskulpturen nachgeht. Ihr gelingt es, den
Betrachter auf eine sensible und ästhetische Weise in ihr Werk einzubinden
und ihn gleichzeitig zur Reflexion über das eigene Sein anzuregen. Sie lässt
ihn teilhaben an einem faszinierenden Wechselspiel zwischen Innen- und
Außenraum, erinnert an Fragiles und Flüchtiges. Mit Werkzeugen wie
Motorsäge, Rundaxt und Holzbeitel höhlt die Künstlerin Baumstämme
aus und schafft damit vertiefte Schöpflöffel-ähnliche Gebilde. Die
Holzskulptur Löffel ist aus einem 3,20 m langen Eichenstamm entstanden.
Christine Haller nimmt dem Körper die Schwere, indem sie dünnwandige
Formen herausarbeitet. Dem Rhythmus der Natur folgend strukturiert sie
die Holzoberfläche durch Linien und Kerben. Ein optisch wirksames Licht- und
Schattenspiel dieser archaisch anmutenden Spuren sensibilisiert für Ort, Zeit
und Raum. Bleibt nur noch die Frage offen: Was wird hier gelöffelt? (MF)

Puhler Str. 14
51674 Wiehl
Tel. +49 (0)2262 7616533
kunsthaller@t-online.de
www.kunsthaller.de

Kontakt
Details.

KRR Initiative Kultur Raum Rechtsrhein



Hans Metzmacher
Tel.: 0221 66 28 16
Mobil: 0177 78 077 48
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